Start ... Abstecher 2007 ... zur Denkmalwoche 07
... zur Denkmalwoche 07
2007
Freitag, den 22. Februar 2008 um 21:41 Uhr
 Ihr sehr interessanter Vortrag über die Geschichte der Mikwe und des jüdischen Lebens im Mittelalter begeisterte nicht nur mich sondern auch zahlreiche Besucher. Frau Dr. Sczech betonte die Wichtigkeit des Fundes der Mikwe. Im Zusammenhang mit dem Fund des jüdischen Schatzes im Jahr 1998 und dem Gebäude der alten Synagoge würde Erfurt damit einen weltweit einmaligen Einblick in das jüdische Leben des Mittelalters gewähren.
Frau Dr. Sczech erzählte auch, dass der jüdische Schatz, der bis zur vergangenen Woche in Paris ausgestellt war, sich gegenwärtig wieder in Erfurt befindet, wo er weiter ausgewertet und untersucht werden soll.
Erstaunlich war, dass je tiefer die Mauer in das Erdreich reicht, die Steine immer sorgfältiger behauen waren. Zeigte sich die obere Schicht, die zugleich jüngeren Datums ist, noch in Form grob behauener Sandsteine (übrigens mit Brandspuren, wahrscheinlich vom großen Stadtbrand im 15. Jh.), befanden sich in der älteren, unteren Schicht (der Schicht der Mikwe) akkurat gehauene Steinquader.
Die Archäologin erklärte, dass die Mikwe nicht mit dem Wasser der Gera sondern vermutlich durch unterirdische Ströme gespeist wurde. Allerdings spielte die Gera dabei eine wesentliche Rolle. Dies zeigte sich deutlich, als vor wenigen Wochen der rechte Arm der Gera in den linken umgeleitet werden musste. Die Grabung stand urplötzlich unter Wasser.
Der Vortrag wurde mit Applaus beendet und mein Weg führte mich zum nächsten Ziel.
 Dabei handelte es sich um die Peterskirche auf dem Petersberg, in der eine Ausstellung zur Geschichte des Klosters zu sehen sein sollte.
Richtig, in der oberen Etage waren Schautafeln aufgebaut und einige Modelle des früheren Klosterkomplexes zu sehen. Was mich sehr gefreut hat, war die zweimalige Erwähnung von Hochstedt. Befand sich in Hochstedt doch eines der klostereigenen Güter.  Hier wurde Wein angebaut, der nach Erfurt geliefert wurde. Währen meines Rundganges hörte ich Applaus von draußen und manchmal auch Gelächter. Ich hatte zuvor draußen das Lager des Kaisers gesehen, welches ich im Anschluss an den Besuch der Ausstellung aufsuchen wollte. 
Für diesen Tag hatte ich genug gesehen und machte mich auf den Weg zurück.

Der Sonntag, der 9. September zeigte sich, entgegen der Wettervorhersage, als trüber, nasser Tag. Daher fuhr ich mit einiger Verspätung mit dem Rad in die Innenstadt und verpasste die Führung an der Großen Ackerhofsgasse, die die baulichen Spuren des Petersklosters in Erfurt beleuchten sollte. Auch für einen (allerdings unangemeldeten) Besuch des Nikolaiturms war es zu spät.
Ich machte mich auf den Weg zum Augustinerkloster. Dort begann um 16.00 Uhr eine Führung, die die dort aufgestellten Grabplatten, sogenannte Epitaphen, beleuchten sollte.
Ich machte allerdings zuerst Halt am Keller des Collegium maius, wo eine Ausstellung Einblicke in die Geschichte des alten Universitätshauses und dem Zustand vor der Zerstörung durch einen Bombenangriff vermittelte.

 Danach ging es, direkt um die Ecke, zum Augustinerkloster. Zuerst nahm ich die Gelegenheit wahr und machte ein paar Fotos vom Baugeschehen auf dem Gelände des Augustinerklosters.
Pünktlich um 16.00 Uhr begann die Führung. Zunächst besuchten wir den Kreuzgang  und erfuhren dort die Geschichte mehrerer Grabplatten. Nicht eine der dort an der Wand befestigten Platten gehört dort hin. Teilweise waren sie sogar von Wand zu Wand verschoben worden oder stammten gar aus anderen Kirchen. Zunächst erfuhren wir, dass die Grabplatten waagerecht in den Boden eingelassen waren. Dies bezeugten auch einige der Epitaphen, die so stark abgetreten waren, dass das Relief an manchen Stellen gerade noch so zu erkennen war.


Der Rundgang endete in der Augustinerkirche, in der links neben dem Altar die älteste Grabplatte, aus dem 13. Jh. , aufgestellt war und damit einen Hinweis auf das Alter der Kirche gab.

Zuletzt blickten wir auf die Grablatte, die vor dem Altar im Boden eingelassen war hinunter. Auf ihr hatte schon Luther, mit ausgebreiteten Armen, vor dem Altar gelegen. Ehrfürchtig traten wir außen herum und nicht darauf.

Nach der interessaten Führung machte ich einen kurzen Abstecher (lag sowieso auf dem Weg) in den Kulturhof zum Güldenen Krönbacken. Dort wurde von Kindern mit Lehm gebaut und gewerkelt, der auch bemalt werden konnte.
"Hoffentlich krieg'ch das widder raus." hörte ich eine Oma seufzen, während der Enkel begeistert weiter malte und seine Jacke immer bunter wurde.
Dann schob ich mein Rad über die Krämerbrücke und blieb vor dem Haus mit der Nummer 31 stehen, der Stiftung Krämerbrücke.
Dort war der Keller des Hauses geöffnet und zu besichtigen! Man stelle sich vor, man steht auf einer Brücke, die mit Gebäuden bebaut ist und steigt in den Keller eines der Häuser hinab!
Man kommt dann nicht etwa in die Fluten der Gera, sondern befindet sich in einem der Brückenpfeiler - seltsame Vorstellung aber Tatsache.

Mit diesem Besuch ging der Denkmal-Tag 2007 für mich zu Ende. Wieder um einige Eindrücke und einiges Wissen reicher, machte ich mich auf den Heimweg.

 

ENDE 

 

Montag, 17. Dezember 2018

Seiten-Inhalt

Rechtshinweise

Hier unterwegs

Wir haben 82 Gäste online

Besucher

Heute44
Gestern58
Woche44
Monat1147
Alle, seit 14.02.2007314148

Letzte Seitenänderung

Montag 11 April 2016, 07:13