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Teufelsfarbe
Romane
Mittwoch, den 02. Februar 2011 um 08:42 Uhr

 

 

 

Die Handlung des Romans "Teufelsfarbe" von Yvonne Hübner spielt in einem kleinen Dorf in der Lausitz zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Anschaulich beschreibt die Autorin das karge Leben auf dem Land zu jener Zeit. Sie gibt Einblicke in die Geschichte der Region, aber auch in den Aberglauben der Leute. Yvonne Hübner versucht mit jetzt scheinbar altmodischen Begriffen und Redewendungen, den Leser in die Zeit zu entführen. Die Geschichte handelt vom Bauern Christoph Rieger und seinem großen Traum Waid anzubauen. Mit dem Waidanbau beschäftigten sich zu jener Zeit hauptsächlich die Thüringer, die ihren aus der Pflanze gewonnenen blauen Farbstoff über Görlitz in den Osten lieferten. Die zweite Hauptfigur ist Margarethe Wagner, deren Schicksal eng mit dem des jungen Rieger verknüpft ist. Sie wird ohne gefragt zu werden mit dem Bauern verheiratet, der seine junge Frau nicht gerade verhätschelt, ja sie sogar für etwas hasst, dass Margarethe nicht zu verantworten hat. Mit der Mitgift der Wagnerin ist es Christoph möglich Waidsamen zu kaufen, um seinen Traum zu verwirklichen. Die anderen Dorfbewohner stehen diesen Bemühungen zuerst mit Argwohn und dann sogar mit Ablehnung gegenüber. Das Schicksal beider Hauptfiguren nimmt ihren Lauf, als nach fast einem Jahr noch immer kein Erbe gezeugt wurde.

Die Handlung des Romans basiert auf dem jahreszeitlichen Anbau von Waid. Im Winter erfolgt die Aussaat und im Frühjahr erfolgt ab etwa Mitte Juni die erste Ernte (der Stich) und mit sechswöchigem Abstand weitere. Im zweiten Jahr kommt die Pflanze gegen Mitte bis Ende Mai zur Blüte und setzt Samen an. Für die Farbgewinnung ist die Pflanze im ersten Jahr interessant. Die niedrige Blattrosette wird geerntet, gewaschen, angewelkt,  in einer Waidmühle zu Brei zerquetscht und das Mus dann zu kleinen Bällchen geformt.

Hier muss ich jedoch anmerken, dass die Autorin nicht richtig recherchiert hat. Immerhin basiert der ganze Roman auf der Teufelsfarbe - dem Anbau von Waid. Ihre Handlung erstreckt sich über das erste Jahr des Waidanbaues hinaus und Christoph Rieger steht vor seinen hüfthoch gewachsenen  Pflanzen. Nur, wozu braucht er diese? Er hätte schon im Vorjahr einige Ernten einbringen können.

Fazit: Gut geschriebenes Buch, jedoch mit grundlegendem Fehler. Schade, dass der historische Waidanbau damit verfälscht wurde.

 

  • Gebundene Ausgabe: 500 Seiten
  • Verlag: Dryas; Auflage: 1 (3. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981132726
  • ISBN-13: 978-3981132724
 

Mittwoch, 19. Dezember 2018

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