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2012
Montag, den 26. November 2012 um 14:03 Uhr
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Am 4. November 2012 war ich in Wittenberg unterwegs, um mir die Stadt in welcher der Kirchenreformator gewirkt hat näher anzusehen. Ich begann mit der Besichtigung in der Nähe des Marktes, weil ich dort einen Parkplatz gefunden hatte. Nach wenigen Schritten war ich auch schon am Markt, wo mich zwei Denkmale erwarteten. Auf einem, wie nicht anders zu erwarten, Martin Luther und auf dem anderen Philipp Melanchthon, der Philosoph und Humanist. Er und Luther waren die Triebfeder für die Reformation auf deutschem Boden.

 

Luther-Denkmal mit St. Marien im Hintergrund Luther-Denkmal Melanchthon-Denkmal

Im Hintergrund vom Luther-Denkmal konte man sehr gut die Kirche St. Marien sehen, in der Luther den ersten Gottesdienst in deutscher Sprache abgehalten hat und auch Katharina von Bora heiratete. Die wollte ich mir aber erst später ansehen. Zunächst machte ich mich in die andere Richtung auf den Weg - zur Schlosskirche, wo auch die Stadtinformation, laut einem Wegweiser, zu finden sein soll.

Gleich am Markt machte ein Relief über einem Torbogen darauf aufmerksam, dass hier Lucas Cranach d. Ä. gewirkt hatte. Später las ich im Stadtführer, dass er hier von 1513 bis 1550 gelebt und gearbeitet hat.

Von hier konnte man bereits die Schlossstraße hinunter bis zur Schlosskirche sehen. Gegenüber der Kirche befand sich die Stadtinformation, wo ich mich nach einer Führung erkundigte. Leider mussten dafür mindestens vier Teilnehmer zusammen kommen, was eher unwahrscheinlich sei, meinte die freundliche Mitarbeiterin. Also kaufte ich mir einen Stadtführer und trottete hinüber zur Kirche, die mit ihrem hohen Kirchenschiff beeindruckte. Die Kirche gehört, wie auch das Schloss selbst, zu den UNESCO-Welterbestätten. Die Vorgänger-Kirche, einst eine Stiftskirche mit Namen Allerheiligen (den Namen trägt sie heute noch), wurde 1346 errichtet. Ein Neubau erfolgte im Zusammenhang mit dem Schlossneubau in der Zeit 1496 bis 1506. Die Kirche wurde der 1502 gegründeten Universität zugeordnet und diente seither auch als sogenannte akademische Weihestätte. In ihr erhielten die Studenten ihre Promotionen und Melanchthon trug hier seine Antrittsrede vor. Die Würdenträger der Universität wurden in der Kirche beigesetzt und nicht zuletzt befinden sich die Gräber von Luther und Melanchthon hier. Die Kirche, an deren Errichtung und Ausstattung so berühmte Männer wie Cranach und Tilmann Riemenschneider mitgewirkt hatten, brannte 1760 bis auf die Grundmauern nieder und sämtliche Kunstgüter gingen in Flammen auf. Sie brannte 1814 nochmals aus und wurde wieder aufgebaut. In den Jahren 1883 bis 1892 erfolgte eine Erneuerung im neogotischen Stil. 1858 hatte Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV aus Anlass des 375. Geburtstag Luthers die bronzene Thesentür gestiftet, dort wo Luther einst seine Reformgedanken angeschlagen haben soll.

Cranach-Haus Blick zur Schlosskirche Altar in der Schlosskirche
Gräber Luthers und Melanchthons Buntglasfenster
Fenster links vom Altar Orgel Bronzene Thesentür

Nach der Besichtigung der Schlosskirche ging es wieder hinauf zum Markt. Dort in einem Kaffee gab es erst einem etwas zum Aufwärmen. Gleich um die Ecke war der Eingang zur Stadtkirche St. Marien. Diese wirkte innen etwas gedrungener, als die Schlosskirche, war aber dafür älter als diese. Der Altarraum entstand um 1280 und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde der dreischiffige Hauptkirchenraum errichtet. Auch diese Kirche wurde neogotisch umgebaut, was allerdings früher war, als bei der Schlosskirche, nämlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Kirche gilt als Mutterkirche der Reformation, wegen eben der ersten Predigt in deutscher Sprache. Auch dieser Kirchenbau gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.

St. Marien - Hauptschiff Orgell Cranach-Altar
Bronzenes Taufbecken

Auch in dieser Kirche hat Lucas Cranach d. Ä. seine Spurenb hinterlassen, seinen während des Schmalkaldischen Krieges gemalten Altar. Ein weiteres Ausstattungsstück ist das bronzene Taufbecken, welches zu den ältesten der Kirche gehört.

Von St. Narien aus setzte ich meinen Weg durch die Stadt fort. Es ging vorbei an der Fronleichnamskapelle, von der aus im Jahre 1518 Luther den Papst aufforderte ein Konzil einzuberufen, um über seinen Ketzerprozess zu entscheiden. Von hier waren es nur wenige Schritte bis zu einem Brunnen, der zu einem einmaligen technischen Denkmal gehört: zur hölzernen Röhrwasserleitung aus dem 16. Jahrhundert. Dabei handelt es sich um ein Wasserleitungssystem, das bis heute funktioniert. Ich folgte der Collegienstraße, die mich zum Luther-Haus führen sollte. Dabei kam ich am leider mit gerüsten verstellten Melanchthon-Haus vorbei, welches ebenfalls auf der Welterbe-Liste steht.

Fronleichnamskapelle Brunnen der Röhrleitung Melanchthon-Haus

 



 

Samstag, 25. November 2017

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