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2012
Donnerstag, den 29. November 2012 um 15:04 Uhr
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Weiter ging es in Richtung Zentrum und vorbei an einem Brauhaus mit dem es ebenfalls eine besondere Bewandnis auf sich hat. Das Brauhaus Lüdde braut seit 1807 ein Bier mit Namen Puparschknall. Dabei handelt es sich um ein obergäriges Braunbier. Die Besonderheit war, dass man den Kunden erst den Umgang mit diesem Bier erklären musste. Dazu sollte dem noch unreifen Braunbier die gleiche Menge Wasser hinzugegeben und danach das Ganze in Bügelflaschen gefüllt werden. Diese sollten einige Tage zum Reifen ruhen. Wer den Reifeprozess nicht abwarten konnte oder bei der Erklärung im Umgang mit dem Bier nicht genau hingehört hatte, konnte von Durchfall und Blähungen berichten. Daher der Name Puparschknall.

Goetzesches Mausoleum Marktkirche König Köng David mit der Harfe - Skulptur aus dem 17. Jh.

Nicht lange und der Marktplatz war erreicht. Leider gab es dort umfangreiche Sanierungsarbeiten. Überall waren Bagger am Werk. Trotzdem konnte man die Schönheit der Fachwerkgebäude ringsumher genießen. Ein Denkmal fiel auf, weil es direkt auf dem Platz stand, dass des Bildhauers Dreysse, der vier Musikanten, die Münzenberger-Musikanten dargestellt hat. Benannt wurden diese nach ihrem Wohngebiet, dem Münzenberg. Sie verdienten sich zu früheren Zeiten ihr Geld mit Musizierten und wanderten von Ort zu Ort.

Am Rathaus fiel das Portal besonders ins Auge. Über der Tür war der Reichsadler mit dem Quedlinburger Stadtwappen auf der Brust zu sehen. Über ihm stand die Göttin der Wohlhabenheit, Aburantia, die symbolisch ihr Füllhorn ausschütte. Hinter dem Rathaus befand sich die Marktkirche, die im Jahr 1233 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Gleich gegenüber stand ein barockes Haus, das eigentlich ein Mausoleum war, nämlich das Goetzesche Mausoleum, denn hier an der Kirche befand sich einst ein Friedhof.

Adler und Rats Apotheke mit der Kanonenkugel links oben
Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten
Ausfachung der Fachwerkbalken Fachwerkbauten an der Hölle Rabenskulptur mit Weinglas

Von hier waren es nur wenige Schritte bis zur Adler und Rats Apotheke, dem frühren Rathaus der Stadt. In der Fassade steckte zur Hälfte eine Kanonenkugel, die von einem Beschuss im Jahre 1477 herrührte, wie die Jahreszahl daneben berichtete. Neben der Marktkirche befand sich ein kleiner von Fachwerkhäusern gesäumter Hof oder Platz. Hier waren Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten zu sehen, die man an ihrem Schmuck und der Anordnung der Balken in das richtige Jahrhundert einordnen konnte. Die Gebäude mit den kleinen Walzengebilden an den Enden der Balken stammten aus dem 16. Jh. Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten könne man in der Stadt entdecken. Auch die ausfachung der Balken war mehr als nur Stein auf Stein gemauert.

Der Weg führte mich weiter zur Hölle. Auch hier standen rings umher Fachwerkbauten und mitten darin die so genannte Hölle mit der aus einem Weinglas trinkenden Skulptur eines Raben an der Fassade. Raben werden ja oft mit der Hölle in Verbindung gebracht. So passte der Vogel hier an diesen Platz. Als Hölle wurde das alte Haus bezeichnet das zu Beginn des 13. Jahrhunderts hier gebaut worden war. Zu dem Raben gab es aber eine Geschichte, in der ein Schneider eine Magd liebte und um sie freite. Sie liebte ihn auch und die beiden wollten heiraten. Der Schneider erwarb von seinen Ersparnissen einen goldenen Ring, um seine Angebetete zum Altar führen zu können. Kurz davor verlor er jedoch das teure Stück und die Hochzeit musste abgesagt werden, da der Schneider sich keinen zweiten Ring leisten konnte. Einige Jahre darauf wurde der Ring im Nest eines Raben auf dem Dach der Schneiderwerkstatt gefunden und die Hochzeit konnte abgehalten werden. Als Dank für das Finden und Aufbewahren des Ringes im Nest erhielt der Rabe an jedem Hochzeitstag einen Becher Wein.

Fachwerk Lindenbeinturm

Damit war mein Abstecher nach Quedlinburg schon fast beendet. Nur ein Blick auf den Lindenbeinturm blieb noch, der einst zur zur Befestigungsanlage der Stadt gehörte und Teil der Stadtmauer war. Ein besonderer Anblick war der mit der Palme im Vordergrund, die auf der Terasse des Schlosshotel "Zum Markgrafen" gleich nebenan stand.



 

Mittwoch, 19. Dezember 2018

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