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... nach Olympia
1999
Donnerstag, den 29. Januar 2009 um 16:21 Uhr
Dieser August war besonders heiß und die Sonne brannte so vom Himmel, dass die Luft über dem Asphalt der Straßen flimmerte. Um so schöner war, dass Bäume am Eingang zu den alten Ruinen Schatten spendeten. Busse spuckten zahlreiche Touristen aus, die sich auf den Weg machten, das riesige Areal zu erkunden.
Es war schon ein irgendwie ehrfürchtiges Gefühl, dass einen überkam, wenn man sich vorstellte, welche Bedeutung dieser Ort hatte. Olympia entstand als Kultstätte des Zeus etwa 1100 v.u.Z. Ab 700 v.u.Z. sind Wettkämpfe, die regelmäßig durchgeführt wurden nachweisbar. Gleich hinter dem Eingang fühlte man sich in ein anderes Zeitalter zurückversetzt. Nicht weit dahinter gelangte ich zum ehemaligen Tempel der Göttin Hera. Hier auf dem Steinaltar lagen einst die Siegerkränze für die Gewinner der Wettkämpfe. Noch heute wird hier alle zwei Jahre mit Hilfe eines Hohlspiegels das olympische Feuer entzündet, um in die jeweilige Wettkampfstadt der Spiele der Neuzeit gebracht zu werden. Ich hielt mich links und kam so an einigen kleineren Grundmauerresten vorbei, die einst Schatzhäuser darstellten. Jede größere oder wichtige Stadt, die hier oder anderen Heiligtümern Weihegeschenke überließ, erbaute zur Aufbewahrung der Kostbarkeiten solche Schatzhäuser. Die Reihe dieser kleinen Häuser setzte sich an der ganzen Nordfront der zentralen Tempelanlage des Heiligtums fort und endete erst an einem tunnelartigem Durchgang zur antiken Arena. 
Viel mehr als ein großer Platz war hier nicht mehr zu sehen. Ich verließ die Wettkampfstätte und gelangte nach wenigen Metern zum Zeustempel. Er war einst das größte Bauwerk der Anlage und beherrschte durch seinen erhöhten, auf den Stufen einer Terrasse errichteten Standort die gesamte Umgebung.Er war über 60 Meter lang, fast 30 Meter breit und mehr als 20 Meter hoch. Der Tempel muss wirklich gewaltig gewesen sein. In seinem Inneren befand sich einst eines der sieben Weltwunder der Antike: Die gewaltige,über 12 Meter hohe Zeus-Statue aus der Werkstatt des Phidias. Sie war aus Gold und Elfenbein hergestellt worden und zeigte den Gott auf einem prächtigen Thron sitzend mit dem Zepter in der einen und einer goldenen Nike in der anderen Hand. Die Statue wurde im Jahr 395 nach Konstantinopel gebracht, wo sie vermutlich beim Stadtbrand von 475 vernichtet wurde. Der Tempel wurde schließlich im 5. Jahrhundert als heidnischer Götzenbau niedergebrannt. Zwei Erdbeben Mitte des 6. Jahrhunderts vollendeten das Werk der Zerstörung. Sie hatten dafür gesorgt, dass nun die Säulen umgestürzt neben dem Tempel lagen und die tonnenförmigen Einzelteile so aufgereiht wirkten wie umgestoßene Dominosteine. 
Laut schrillte eine Trillerpfeife, sobald man den offiziellen Besichtigungsweg verlassen hatte und etwa auf antiken Steinen ging. Die griechischen Bewacher der antiken Stätten nahmen ihre Aufgaben ernst, was auch gut so war.
Vom Zeus-Tempel gelangte ich - es war inzwischen unerträglich heiß - zur Palästra, dem Vorbereitungsort der Faust- und Ringkämpfer auf die Wettkämpfe. In den 1950er Jahren waren hier einige der umgestürzten Säulen wieder aufgestellt worden. Dadurch wurde das gewaltige Ausmaß des Baues deutlich, der einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von mehr als 60 Metern aufwies. Gleich daneben konnte man die Überreste des Gymnasions sehen. Dabei handelte es sich um einen großen rechteckigen, mit Säulen umstandenen Platz, welcher zur Vorbereitung der Fünfkämpfer und Läufer auf die Wettkämpfe diente. Dieser Bau stellte zugleich den Abschluss meines Abstechers nach Olympia dar. Ich war froh, der Hitze entkommen zu sein. Es sollte aber noch schlimmer kommen, wie sich bei meinem Abstecher auf die Akropolis von Athen herausstellte.
 
ENDE
 
 
 
 * Fotos machte ich bei diesem Abstecher mit einer herkömmlichen Kamera. Deshalb stehen nur wenige Aufnahmen zur Verfügung.
 

Montag, 17. Dezember 2018

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