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2000
Mittwoch, den 04. März 2009 um 14:01 Uhr

Etwa auf halber Strecke zwischen Colombo und Galle wurde ein Zwischenstopp eingelegt. Hier lag, fünfundsiebzig Kilometer südlich der Hauptstadt, der Ort Kosgoda, in welchem sich die älteste Schildkrötenfarm der Insel befand - die Victor Diese liegen da ganze 50-70 Tage, bevor die jungen Schildkröten schlüpfen. In dieser Zeit stellen Tiere Wildschweine, Ratten und Skorpione eine Bedrohung dar. Teilweise zerstören sie die Nester, teilweise machen sie sich über die gerade geschlüpften Jungen her.Turtle Hatchery. Der Name der Farm beruht auf dem schwedischen Kameraproduzent Victor Hasselblad. Er initiierte Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre zusammen mit Greenpeace die erste Rettungsaktion der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten. Um Sri Lanka kommen fünf Arten Meeresschildkröten vor, die auf den breiten Sandstränden der Insel ihre Eier ablegen: Lederschildkröte, Karettschildkröte, Suppenschildkröte, Unechte Karettschildkröte und Grüne Meeresschildkröte.

 Nach der Eiablage vergehen je nach Art 50-70 Tage, bevor die jungen Schildkröten schlüpfen. Während dieser Zeit stellen Tiere wie Wildschweine, Ratten und Skorpione eine Bedrohung dar. Teilweise werden die Nester zerstört oder sie machen sie sich über die gerade geschlüpften Jungen her. Eine weitere Bedrohung kommt von den Menschen, denn noch immer herrscht in der Bevölkerung der Aberglaube, dass der Verzehr von Schildkröteneiern die Potenz steigern würde. Um die Tiere zu retten und einem größeren Prozentsatz von Jungtieren das Überleben nach Eiablage und Schlupf zu sichern, kaufen die Mitarbeiter der Farm Schildkröteneier auf, die ihnen die Fischer bringen. Sie brüten sie innerhalb der Farm aus, um die Jungtiere nach dem Schlupf dem Meer zu übergeben. Dies konnte man von den Mitarbeitern erfahren, die bereitwillig über ihre Arbeit mit den Tieren berichteten. In mehreren mit Meerwasser gefüllten Becken waren verschiedene Schildkrötenarten zu sehen. Die Karettschildkröte auf dem Bild war schon älter und konnte wegen einer Erkrankung nicht mehr freigelassen werden. Der Betreuer warnte davor in das Wasser zu greifen, da Schildkröten dieser Größe mühelos einen Finger abbeißen konnten. Er demonstrierte dies an einem Bambusrohr, welches er vor den Kopf der Schildkröte hielt. Es dauerte nur Sekunden bis die Schildkröte zuschnappte.
 Nach dem Rundgang und weiteren Informationen setzten wir unsere Fahrt fort und erreichten einen schönen Strandabschnitt. Hier hielten wir in der Nähe einer ärmlichen Hütte an. Kurz bevor die Kameras das erste Mal klicken konnten trat ein alter Mann heraus. Er humpelte denn er hatte wegen der Elephantiasis ein geschwollenes Bein. Anscheinend war der Alte darauf angewiesen, dass Touristen an diesem Strand hielten, denn er begann sogleich damit eine frisch geerntete Kokosnuss von ihrer Bastummantelung zu befreien. Dies bewerkstelligte er, indem er die Frucht auf ein in den Boden gerammtes speerähnliches Instrument schlug. Die faserige Hülle wurde aufgebrochen und konnte nun abgeschält werden. Nach wenigen Augenblicken schlug er die freigelegte Nuss entzwei und holte das Fruchtfleisch heraus, um es für einen entsprechenden, freiwillig zu entrichteten Lohn, zu verteilen. Die Fahrt wurde fortgesetzt und wir erreichten Hikkaduwa. Dort war ein kleiner Zwischenstopp vorgesehen, um die Unterwasserwelt zu besichtige. Wir bestiegen dazu ein Glasbodenbot und versuchten durch den durchsichtigen Boden den Korallengarten in Strandnähe zu erkunden. Leider bot sich ein trauriges Bild, da durch die aufgewühlte See weiter draußen vor dem Riff und die im Wasser herumwirbelnden Schmutzpartikel kaum etwas zu sehen war. Außerdem hatte vor einigen Jahren das Naturphänomen El Nino dem Korallenbestand erheblichen Schaden zugefügt.

Wir setzten die Fahrt fort und erreichten nach einiger Zeit die Stadt Galle.

Galle konnte zum Zeitpunkt meines Abstechers die besterhaltenste Altstadt ganz Sri Lankas aus holländischer Zeit vorweisen. Die Mehrzahl der Gebäude stammten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Wir schlenderten am Hafen entlang und besichtigten von einem Aussichtspunkt,  ein Teil der alten  Befestigungsanlagen den auf einer Landzunge hoch aufragenden Leuchtturm. Hier trafen wir auch auf eine Schulklasse, leicht zu erkennen an der einheitlichen Schuluniform, die anscheinend einen Ausflug machte. Die Schüler machten sich lustig über die kurzen Beinkleider, die die Männer unserer Gruppe anhatten und die Mädchen kicherten hinter vorgehaltener Hand während wir fotografierten. An der Uferstraße lag neben der Dutch Reformed Church - einer Evangelischen Kirche aus der holländischen Kolonialzeit- auch eines der alten berühmten Hotels, das legendäre  New Oriental, auf dessen Terrasse sich einst die Kautschuk- und Teepflanzer trafen. Wir sahen uns noch weiter um und gelangten an eine Mauer, hinter der die Cricket-Nationalmannschaft Sri-Lankas gerade ein Länderspiel gegen Australien bestritt.  Der Fahrer unseres Kleinbusses erzählte, dass das Spiel von vielen Einwohnern am Radio verfolgt werden würde und dass die Mannschaft Sri Lankas zu den besten der Welt gehöre.

Die kurze Besichtigung in Galle nahm schließlich ein Ende und es ging wieder zurück nach Negombo. Nach wenigen Kilometern war der nächste und zugleich letzte Punkt des Abstechers erreicht: Das Maskenmuseum von Ambalangoda. Im Haus wurden nicht nur farbenfrohe hölzerne Masken und Skulpturen in einer Ausstellung gezeigt, sondern auch in einer  Art Schauwerkstatt, wie diese hergestellt wurden. Man erfuhr, dass jede dieser Masken eine Bedeutung hat und zumeist vor Krankheit und Schmerzen schützen soll. Auch Masken für das traditionelle Tanztheater und zur Dämonenaustreibung wurden hier geschnitzt und zum Teil noch mit Naturfarben bemalt. Wer wollte, konnte Masken kaufen bevor die Fahrt fortgesetzt wurde.

 Auf dem weiteren Rückweg wurden noch einige Foto-Stopps an den schönsten Strandabschnitten gemacht,  die sich durchaus mit Südseeparadiesen messen konnten.

 

Ein Aufschrei im Bus ließ den Fahrer auf die Bremse treten. Am Straßenrand war unter Palmen ein Elefant angekettet, der trockene Palmwedel kaute.  Der Arbeitselefant stellte sich bereitwillig in Positur und ließ sich von seiner besten Seite fotografieren. Mit der Ankunft in Negombo endete auch dieser Abstecher.

ENDE

 


 

 

Montag, 17. Dezember 2018

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