Start ... Abstecher 2000 ... auf den Zimtkanal
... auf den Zimtkanal
2000
Dienstag, den 03. März 2009 um 15:23 Uhr
Das heißt die Holländer bauten einen bereits bestehenden Kanal aus, den der König Vira Parakramabahu VIII. zwischen Cvolombo und Negombo schon im 15. Jahrhundert graben lassen hatte. Ziel der Kanalbauarbeiten war, dass die Waren, auch Edelsteine, schnell über die Flüsse und Kanäle vom Hinterland zu den Häfen gelangen sollten. Der Zimtkanal erstreckt sich von Colombo, der Landeshauptstadt über 120 Kilometer weitestgehend parallel zur Küstenlinie bis nach Puttalam und verbindet Flüsse und Lagunen miteinander.  Heute hat der Kanal seine Funktion verloren. Durch die künstliche Verbindung der Flüsse und Lagunen war aber ein bemerkenswertes Biotop entstanden. Mein Abstecher führte mich auf einen interessanten Abschnitt des Kanals, wenige Kilometer nördlich von Negombo.

 Die Fahrt auf dem Kanal wurde auf einem langsam dahintuckernden Motorboot durchgeführt, welches ein Einheimischer steuerte. Ab und an hielt er an, bedeutete mit dem an die Lippen gelegten Zeigefinger still zu sein bevor er dann in eine Richtung wies. Zumeist gab es dann ein Tier zu sehen, wie einen Eisvogel oder einen Waran, der mit schlängelnden Bewegungen im Wasser verschwand.

 Der Kanal wurde breiter und breiter und das Boot fuhr auf eine größere Wasserfläche hinaus.  Damit ging die Fahrt in einer Lagune weiter. Hinter einer fachen Sandbarriere war das Meer zu sehen. Auf der Seite zum Landesinneren hin bildete eine grüne Dschungelwand das Ufer.

Leider spielte das Wetter an diesem Vormittag nicht ganz mit und der Himmel zeigte sich von seiner wolkenverhangenen Seite. Trotz der schwülen Temperaturen und der unmittelbaren Wassernähe gab es erstaunlicherweise keine Mücken, die umherschwirrten. Trotzdem war es wichtig, sich gegen die sirrenden Plgegeister zu wappnen, schließlich konnte auch hier der Erreger der Malaria übertragen werden. (Zumindest gab es entsprechende Vorsorgehinweise vor Reiseantritt) Das Boot steuerte eine freie Stelle am Ufer an. Beim Herannahen konnte man einen großen Haufen kugeliger Objekte erkennen, die sich später als Kokosnüsse herausstellten. Dort ging es an Land. Der Kugelhaufen gehörte zu einer kleinen Fabrik, die Kokosfasern erntete. Hier wurden die Fasern, die die harte Nuss ummantelten entfernt und weiterverarbeitet. Es wurden Seile und Matten daraus hergestellt oder auch Torfersatz für deutsche Gärtnereien. Dabei wurden die Fasern nach der Trocknung vermahlen, mit flüssigem Mineraldünger versetzt und anschließend in Blöcke gepresst. Diese Kokostabs werden hauptsächlich in Europa gehandelt. Nach dem Einweichen in Wasser quellen sie bis zum Zehnfachen ihres Volumens auf und ergeben ein perfektes Pflanzsubstrat

Von hier ging es mit dem Boot ein Stück weiter, bis es wieder an Land ging. Zunächst war nicht ersichtlich, was hier besichtigt werden sollte. Der Führer zeigte aber nach oben und zwischen den  hohen Kokospalmen konnte man Seile erkennen, die die Bäume miteinander verbanden. Es gab Seile, die in unterschiedlicher Höhe angebracht waren. Die Funktion erklärte sich von selbst, als ein Mann zwischen zwei Bäumen mit Hilfe der Seile umherspazierte. Dabei ging er auf dem unteren Seil und hielt sich am oberen fest. Warum er das tat wurde kurze Zeit später erst klar. Wir ereichten eine Lichtung, wo uns ein Einheimischer neben einem alten Ölfass grinsend erwartete. Die Lichtung war, wie der Führer erklärte, eine Destillerie, eine Schnapsbrennerei. Im Fass wurde Palmwein zu Arrak gebrannt, einem hochprozentigen Schnaps. Der Saft der Palmenblüten wird zunächst aufgefangen und dann vergören. Um an den Saft zu gelangen waren die Seile notwendig. Man gelangte so, ohne ständiges Hinauf- und Hinabklettern, von Palmenblüte zu Palmenblüte und kam schneller und effizienter an den Saft. Gerade kam einer der "Erntehelfer" von einem Baum und goss aus einem länglichen Gefäß den frisch gezapften Saft in eine halbierte Kokosnussschale. Als Filter diente ein grobes Sieb, worin zahlreiche insekten hängen blieben. Natürlich kam es zur Kostprobe, die einfach säuerlich-süßlich-ekelhaft ausfiel. Der Saft war schon halbvergoren und konnte gleich gebrannt werden. Das fertige Produkt musste selbstredend auch verkostet werden, wobei die vielen Prozente sehr spürbar die Kehle hinabrutschten um ihr Brennen im Magen fortzusetzen.

 Kurz darauf ging es wieder auf dem Wasserweg weiter und der Bootsführer steuuerte nach einiger Zeit  auf ein paar Gebäude, die am Ufer auftauchten zu. Dabei handelte es sich um ein kleines Gasthaus, wo Früchte und Säfte angeboten wurden, um sich für die Rückfahrt zu stärken und das Brennen im Magen zu neutralisieren. Von hier ging es zurück zum Ausgangspunkt der Fahrt, wo der Abstecher endete.

 

ENDE

 


 

 

Montag, 17. Dezember 2018

Seiten-Inhalt

Rechtshinweise

Hier unterwegs

Wir haben 101 Gäste online

Besucher

Heute44
Gestern58
Woche44
Monat1147
Alle, seit 14.02.2007314148

Letzte Seitenänderung

Montag 11 April 2016, 07:13